Schon seit Wochen lief der Vorverkauf auf Hochtouren. Spätestens seit das Hammer-Line-Up mit Peter Pan Speedrock, Mambo Kurt und Smoke Blow feststand, gingen die Tickets weg, wie warme Semmeln! Die Rede ist hier vom Turbojugend-Festival in Hagen am Teutoburger Wald. Die lokale Turbojugend hatte bereits im vergangenen Jahr ein Festival auf die Beine gestellt, allerdings zum dem Zeitpunkt noch wesentlich kleinere Brötchen gebacken und „nur“ lokale Bands auf die Bühne geholt. Das sollte sich dann komplett ändern und so schafften die Jungs und Mädels aus der Hagener Turbojugend es tatsächlich, die oben genannten Acts zu verpflichten. Und alle auf eigene Faust ohne ein grosses Unternehmen im Hintergrund. Ein paar örtliche Firmen haben einen kleinen Sponsoring-Beitrag geleistet, aber ansonsten basiert das ganze Ding auf der Eigeninitiative der Hagener. Das verdient an sich schon mal einen Riesenapplaus.
Los ging das ganze schon am Freitag dem 25.03. mit einem Warm-Up im Hagener Martinus-Heim, einem kirchlichen Jugendzentrum, das man für das ganze Wochenende hat anmieten können. Es spielten auch am ersten Tag bereits Bands. Die Ska-Punker von 8 On the Run und die Paderborner Punkrocker von Random I Am. Um dieses Warm-Up nicht zu verpassen, fanden sich Freitags schon viele Turbojugendlich in Hagen ein, u.a: aus Potsdam, Berlin, Paderborn, Bargteheide, Hamburg, Lüneburg, Köln, Schleswig, Schierbrock, Oldenburg.
Gegen 19:20 begann der musikalische Teil mit 8 On The Run schon mal sehr vielversprechend. Ein schon gut alkoholisierter Mob schwang die Hüften zu diversen Songs und feierte mit der Band. Nach einer knappen dreiviertel Stunde beendeten 8 OTR ihr Set und ein Teil der Bläserabteilung führte die Meute als Polonese mit seinem Instrument voran aus dem Raum. Kurz vorher wurde aus versammelter Kehle noch mal „Das schlimmste ist, wenn das Bier alle ist“ gebrüllt! Sehr unterhaltsame Band, muss man schon mal sagen!
Am nächsten Morgen erwachten überall total fertige Menschen, um sich in den Keller zu begeben und am Frühstücksbuffet teilzunehmen, welches in dem 26,50 ¤ teuren Kombiticket enthalten war! Also auch hier wieder eine gute Organisation seitens der Hagener. Nach einem überwiegend ruhigen Nachmittag ging die „grosse“ Party dann gegen 19:00 Uhr in der Hagener „Gaststätte Stock“ los, die in der 1. Etage einen riesengrossen Partysaal haben. Dort versammelten sich insgesamt über 500 Leute, um Peter Pan Speedrock, Smoke Blow, Mambo Kurt und den Osnabrücker Rockern von Bitter Orange zu lauschen. An diesem Samstag kam noch ein ganzer Reisebus voller Kuttenträger aus Hamburg angereist, der circa 40 Mann nach Hagen transportierte!
Gegen 19:00 enterten dann Bitter Orange die Bühne und machten die Gäste mit ihrem Smoke Blow – ähnlichen Sound schon mal heiß auf das, was da noch kommen sollte. Frontmann Stephan gab alles und die Band hinterließ einen sehr, sehr guten Eindruck!
Nach einer Pause betrat der Mann die Bühne, dem allein der Weltmeistertitel im Heimorgelspielen gebühren sollte: Mambo Kurt! Mit seinen Interpretationen von Metallica, Sex Pistols oder Turbonegro lag der Mann auch an diesem Abend bei allen Anwesenden ganz, ganz weit vorn. Das Set wurde eröffnet mit „Prince of the Rodeo“ von Turbonegro und ging über „Exit Lights“ von Metallica und „Anachy in the UK“ von den Pistols bis hin zur musikwissenschaftlichen Unterscheidung von Polka und Techno, den Mambo Kurt spielerisch darbot, dass sich die Menschen einschifften vor Freude. Der Mann bringt ein Publikum ganz alleine so auf Touren, wie es manche Band nicht schafft!
Im Anschluss an die grandiose Orgelshow betraten die Kieler Smoke Blow das Podest und gaben den Leuten was sie wollten! Eine druckvolle, energische Show mit jeder Menge Hits! Zwar spielten sie zu Beginn nicht ganz im Takt, aber das war zu tolerieren bei der sonstigen Stimmung im Saal. Smoke Blow versorgten die Leute mit Knallern wie „Dark Angel“ vom aktuellen und gleichnamigen Album, „Skoolyard Fool“, „Diabolical Reaction“, „Dancing with the Dead“ usw usw..Am Anfang ließ Frontschwein Jack Letten wieder kurz seine leichte Antipathie, die er manchmal gegenüber der Turbojugend zu hegen schein, durchblicken und erzählte was über Tokio Hotel, die Tokio Jugend und so weiter, so ganz konnte man seinen Worten dann auch nicht folgen…es sollte wohl ne kleine Verarsche sein. Nachdem er gesehen hatte, wie die Leute drauf waren und abgingen, wurde er dann doch ruhig.
Zu guter Letzt hatten Peter Pan Speedrock aus dem Holländischen Eindhoven das Wort und machten keine Kompromisse. Die volle Breitseite Rock´n Roll für die angereisten 500 Gäste. An diesem Gig gibt es wirklich nichts auszusetzen. Alle Gassenhauer, alle Hits, halbnackte Menschen in der ersten Reihe, halbnackte Mädchen auf der Bühne, alles dabei! Mit den geilsten Song der letzen Alben rundeten sie den Abend ab und entließen die Menschen in eine lange Partynacht, die wieder im Jugendheim St.Martinus stattfand.
Abschließend muss hier noch mal erwähnt werden, wie sich die Hagener Turbojugendlichen in dieses Wochenende reingehängt haben! Das verdient wirklich ganz, ganz grossen Respekt! Und wir alle hoffen, dass dies nicht das letzte Festival in dem beschaulichen Dorf bei Osnabrück gewesen ist. Vielleicht lassen sich ja die kursierenden Open-Air-Ideen für 2007 verwirklichen!
Vielen Dank Turbojugend Hagen F.T.W. !!!