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Backyard Babies – Tinnitus / Live Live in Paris

Montag, 05. Dezember 2005
20051205_BackyardBabies_LiveDas US-amerikanische Label Abacus hat seit kurzem auch auf dem europäischen Kontinent Fuss gefasst. Das hauptsächlich auf Punkrock und Hardcore spezialisierte Label hat gleich zu Beginn seiner Europa-Karriere ein ganz schön aufwendiges Packet der Stockholmer Glamrocker auf den Markt geworfen!
Eine Doppel-CD, bestehend aus dem extra für die Staaten zusammengestellten Best Of „Tinnitus“ und der kürzlich erschienenen Live-Scheibe „Live Live in Paris“ ( Lautschrift: Liv Laiv in Paris …!!! ) in einer super aufwendigen Verpackung. Hochglanzcover, beidseitig verwendbar ( pro CD ein Cover ) und extra Pappschuber aussenrum machen dieses Packet nicht nur hörtechnisch interessant. Im Booklet gibt es viele schöne Live-Pics und alle Lyrics zu den Songs der „Tinnitus“-Scheibe.
Aber jetzt mal weg von allem äusseren Schein. Immerhin enthält das Ding ja auch noch Musik. Die Tinnitus-CD kommt mit allen Krachern seit Total 13 daher, also für den Kenner nix neues. Für einen Neueinsteiger genau das richtige, um Blut zu lecken. So auch gedacht gewesen, als man dies6e Compilation für den US-Markt zusammenstellte. Eine wahre Eroberungstaktik….!
Die Live-Scheibe beinhaltet ein Konzert vom Mai 2004 in Paris. Ein französisch angehauchtes Intro eröffnet die ganze Chause und dann hauen die Babies einem mit „Look At You“ gleich den ersten Knaller um die Ohren. Es folgen diverse andere Böller alá „Payback“ , „The Clash“ oder „ U.F.O. Romeo“. Ausserdem Songs vom letzten Album Stockholm Syndrome ( „Song for the Outcast“ ,“ Earn the Crown“ , „Year by Year“ uvm..).
Die Soundqualität ist bei diesem Livemitschnitt wirklich sehr gelungen. Glassklare Gitarren sowie Stimmen lassen die Songs schon ziemlich albumnah rüberkommen und die Feineinstellungen geben der Sache den nötigen Druck, ohne den diese Band so viel wert wäre, wie die Stones ohne Keith Richards. Also unterm Strich ein sehr gutes Live-Album, fast makellos.

Fazit: Kritiker könnten den Backyard Babies an dieser Stelle Ausverkauf vorwerfen, aber für jeden Fan und Sammler ist „Tinnitus / Live Live in Paris“ ein Muss, ebenso wie für absolute Neulinge. Wer extra noch eine CD mehr im Regal stehen haben möchte, kann sich beide Platten auch einzeln kaufen…


Bewertung: 9 von 10
Seite: http://www.backyardbabies.com/

Info:

Band: Backyard Babies
Album: Doppel-CD „Tinnitus 7 Live Live in Paris“
Jahr: 2005
Label: Abacus Records

Tracklists:

Tinnitus

1) Brand New Hate
2) U.F.O. Romeo
3) Highlights
4) A Song for the Outcast
5) Minus Celsius
6) The Clash
7) Colours
8) Made Me Madman
9) Star War
10) Friends
11) One Sound
12) Look At You

Live Live in Paris

1) L´intro
2) Look at You
3) Earn the Crown
4) Payback
5) Heaven 2.9
6) Powderhead
7) A Song for the Outcast
8) The Clash
9) One Sound
10) Made Me Madman
11) U.F.O Romeo
12) Year by Year
13) Highlights
14) Star War
15) Brand New Hate
16) Minus Celsius

Smoke Blow / Boozed / Cameran

Sonntag, 20. November 2005

Münster – Triptichon 16.11.2005

Rock´n Roll made in Germany! Nicht aus Skandinavien, sonder aus Bramsche bei Osnabrück kommen Boozed, die mit ihrem neuen, zweiten Album TIGHT PANTS mal so ein richtiges Feuerwerk abbrennen. Diese Jungs nun in Kombination mit Deutschlands geilster Punk/Hardcore-Combo Smoke Blow aus Kiel und wir haben den perfekten Konzertabend. Das aktuelle Album der Kieler DARK ANGEL ist ebenfalls eine Hammerscheibe. Also haben wir zwei bis an die Zähne bewaffnete Bands am Start hier!

Das Triptichon in Münster ist ein geiler, kleiner Punkschuppen, der im Obergeschoss der Grossraumdiscothek Sputnik liegt. Gegen halb Neun sollte Einlass sein. Die Tore öffneten pünktlich. Zum Glück, denn es war arschkalt und nass draussen….genau das richtige für meine Mandelentzündung…die verschlimmerte sich am nächsten Tag auch prompt. Aber es hat sich gelohnt! Der Laden füllte sich langsam aber sicher bis auf zwei-drittel seiner Kapazitäten. Ich schätze, es waren um die 200 Leute da. Über den überaus fairen Eintrittspreis von 11 Euro konnte man sich ebenfalls nicht beklagen.

Pünktlich um Neun begannen Cameran zu spielen, eine Emo-Noise-Screamo-Punk-Pop-sonstwas-Combo mit einem völlig ausgeflippten Gitarristen, die ebenfalls auf dem Smoke Blow Label Nois-O-Lution Records verteten sind. Zu Beginn war die Show noch ganz OK, leider begannen Cameran nach ungefähr zwanzig Minuten ob ihrer Eintönigkeit etwas zu nerven. Bald darauf gingen sie dann auch schon von der Bühne.

Nach kurzer Umbauphase betraten Boozed zum ersten Mal die Bühne, machten einen Soundcheck und verschwanden wieder, um 3 Minuten später zum Intro wieder auf die Bühne zu laufen. Ich hatte die Band bereits im Vorprogramm der Hellacopters in Köln gesehen, wo sie leider nicht mehr als 10 Zuhörer hatten, was verdammt ungerecht ist. Hier in Münster war schon ordentlich was los vor der Bühne. Von Beginn an wippten Füsse, Köpfe und Arme mit, was bei dem Sound und der Show auch nicht zu vermeiden war. Die Jungs aus Bramsche spielten sich absolut perfekt und souverän durch ihr Set, bis ein Gitarrenkabel den Geist aufgab und die Show für 5 Minuten unterbrochen wurde. Aber nachdem alles wieder in Gange war, machten sie weiter, als wäre nichts gewesen. Hits des neuen Albums wurden uns um die Ohren gehauen. „Wild Boys“ , „Tight Pants“ , „Diana K.” und “Move Up” sind Songs, die man zukünftig noch öfter irgendwo hören wird, davon bin ich überzeugt! Auch im Posen sind die Bramscher nicht gerade zimperlich. Da sieht man schon, wo die sich das abgeguckt haben. The Hives, Hellacopters, Gluecifer, alles Bands, die man ebenfalls schon sich so hat verrenken sehen auf der Bühne. Einzig Sänger Mäk wusste, wenn er mal gerade nicht singen musste, nicht ganz, wohin mit sich. Einerseits machten Boozed ne grossartige, musikalisch einwandfreie Show, andererseits hat man aber auch noch deutlich gesehen, dass die Jungs ziemlich neu im Geschäft sind. Aber wenn die noch drei, vier Jahre so weiter machen, dann wird das sicher ne grössere Nummer. Alles in Allem war dieses Konzert schon ziemlich geil!

Der nächste Punkt auf der Tagesordnung lautete: SMOKE BLOW! Dark Angel ist ein melodischer Hammer mit derselben Durchschlagskraft wie der Vorgänger German Angst. Einfach ein geniales Album. Und mit dem Titeltrack eröffneten die Kieler auch das Konzert an diesem Abend. Der schelmisch grinsende Jack Letten miemte wie immer gekonnt den Hardcore-Poser, zusammen mit seinem Kollegen MC Strassenköter. Auf Lettens T-Shirt prangte gross „Old School“.
Der Sound war ziemlich geil aber auch ziemlich laut. Aber gerade das kommt bei der Musik von SB richtig geil. Mit dieser Wall of Sound hätten sie Panzer zerdrücken können. Im Moschpit vor der vor der Bühne flippten ne Menge Kiddies hin und her und jedes Mal, wenn Letten sein Mikro mal in die Menge hielt, ertönten Urmenschen-mäßige Grunzlaute und unglaubliches Gebrüll. Letten selber zeigte sich immer wieder überrascht von den Sangeskünsten seiner Jünger.
Songtechnische Highlights des Abends waren unter anderem die Knaller „Alligator Rodeo“ , „Dancing with the Dead“ , „Skoolyard Fool“ , sowie neuere Nummern a la „Diabolical“ , „Iron my Soul“ und „Diabolical Reaction“. Zum Ende hin gab es sogar noch das Billy Idol Cover „Rebell Yell“. Auch ne geile Nummer!
Special an diesem Abend war der Geburtstag eines Zuhörers, anlässig dessen Letten den Glücklichen auf die Bühne holte und ihn mit einem Ständchen namens „Heute kann es regnen, stürmen oder schneien..“ beglückwünschte. Anschliessend bekam er noch ein T-Shirt geschenkt.
Nach guten 80 Minuten war es dann schon vorbei mit der norddeutschen Rockherrlichkeit aus Kiel. Ein astreines Konzert, was Letten und Co. da mal wieder von sich gegeben haben. Hammershow, Lettentypische Witzchen zwischen den Songs und jede Menge Schweiß im Angesicht des Prollpunkpropheten! Besser geht es wirklich nicht…

Kaiser 05

Warrior Soul – The Space Age Playboys

Samstag, 19. November 2005
20051119_Warrior_Soul_The_Space_Age_PlayboysIch sitze bei einem Kollegen im Wohnzimmer, bin gerade erwacht und er schmeisst ne CD rein. Band: Warrior Soul. Album: The Space Age Playboys.
Was ich da höre, gefällt mir vom ersten Ton an sofort! Ich höre einen debilen Sänger, ein monotones Schlagzeug und ziemlich dunkle Riffs.

An wen erinnert mich dieser Sound? Da wäre zum einen sofort Billy Idol erkennbar. Ansonsten höre ich aber gerade, wo Horror-Bands wie Wednesday 13, Murderdolls und Frankenstein Draqgueens ihre Inspiration hergenommen haben!
Ramonesmäßig eintönig ist dieses Machwerk und gerade deswegen so begeisternd. Man merkt nach ein paar Liedern, wie sich die eigene Miene deutlich verfinstert und man am liebsten psychomäßig durch die Stadt laufen will, um Leute zu erschrecken! Gleichzeitig bekommt man so dermassen Bock auf Rock´n Roll, dass einem die Magensäure hochkommt. Eine geile Mischung! Und das ganze ist bereits von 1994!!!

Das Coverartwork erinnert da aber eher an Monster Magnet, Earthlings oder weiteren psychedelischen Kram. Bunte Farben, sich verwischende Schleier, die das ganze aussehen lassen, wie ein modernes Gemälde, von einem geistig andersbemittelten Maler kreiert. Passt irgendwie ar nicht zu der Mucke, die da hinter steckt…aber irgendwie auch wieder doch! Immerhin heisst das Teil ja Space Age Playboys….

Wer nun also auf psychisch-debilen Kram steht, der sollte sich The Space Age Playboys schleunigst zulegen. Ich persönlich werde meine Warrior Soul Kollektion ab heute vervollständigen. Kleiner Tip: Gebraucht bei Amazon…kosten nicht mehr als 5 Euro dort!


Bewertung: 9 von 10

Info:

Band: Warrior Soul
Album: The Space Age Playboys
Year: 1994
Label: Musik for Nations

Tracklist:

1) Rocket Engines
2) The Drug
3) Let´s get Wasted
4) No No No
5) Television
6) The Pretty Faces
7) The Image
8) Rotten Soul
9) I wann get Some
10) Look at You
11) Star Ride
12) Generation Graveyard
13) Fightin´ the War

Kings of Psychobilly im Hamburger Knust – 19.11.2005

Samstag, 19. November 2005

Heartbreak Engines im Sappho in Paderborn – 13.10.2005

Montag, 31. Oktober 2005