Archiv für die Kategorie ‘Plattenkritiken’

Zaunpfahl – Musik

Donnerstag, 15. Juni 2006
20060615_zaunpfahl_musikHardcore beeinflusster Deutschmetalpunkrockrap inklusive leiser Töne – so bezeichnen die Zaunpfähle ihren Musikstil, und stellen ihn mit ihrem neuen Werk “Musik” wieder eindrucksvoll zur Schau.
Wie schon seine Vorgänger ist “Musik” ein sehr vielseitiges Album geworden. Gleich das erste Lied “Das Rad erfinden wir nicht neu” ist wie gewohnt melodisch brachial. In dem Titeltrack äußert das Trio mit leichter Metalkante seine Liebe zur Musik und beschreibt deren Wichtigkeit in ihrem Leben. Lieder wie “Humor” oder “Nix prophezeien” sind kleine Meisterwerke, zumal die Texte sehr lustig geschrieben sind aber doch einen ernsten und kritischen Hintergrund haben und dadurch noch genialer erscheinen. Gesamt gesehen wieder ein tolles Album mit witzigen Texten und klasse Melodien, gibt wirklich nix zu meckern – 45 Min. perfekter Deutschpunk.

Bewertung:7 von 10
Seite:www.zaunpfahl.de

Trackliste:
1.Das Rad erfinden wir nicht neu
2.Nix prophezeien
3.Warum
4.Musik
5.Fünf
6.Du
7.Erwin
8.Alles Glück und Pech
9.Liebe ist Tod
10.Es brennt
11.Vor Ort
12.Soweit
13.Sense und Gewand
14.Humor
15.Kein Grund
16.Ich sehe dich

Bad Machine – Motörfreakout

Sonntag, 28. Mai 2006

20060527_badmachine_motrfreakoutDer Name ist Programm bei dem Vierer aus Finnland. Gleich der Opener und gleichzeitig Titeltrack “Motörfreakout” zieht einem erstmal ganz geflegt die Schuhe aus. Motörhead und Peter Pan Speedrock hätten auch die Macher dieses Tracks sein können. Schnell, geradeaus und die direkt in die Fresse rein!!! Doch es wäre doch viel zu einfach, oder auch zu langweilig, wenn es nur so weitergehen würde. Die nächsten Songs bestechen gerade zu durch feine Melodien im Mid-Tempo-Bereich. Insgesamt eine schöne Scheibe mit ner Menge Rock’n'Roll und ausreichend Druck, so das einem in der halben Stunde nicht langweilig wird.

Bewertung: 6 von 10

Trackliste:
1. Motörfreakout
2. Deathrace
3. Let the Wanna-Be´s eat the Dust
4. Introduction to Outrage
5. On your own now
6. Evil Freak
7. Touched by Evil
8. Take a Ride with me
9. Cenobites
10. Emotional Overdrive
11. All set up go

Tricky Lobsters – Untouched

Samstag, 27. Mai 2006

20060527_trickylobsters_untouchedIhr sucht ne Scheibe, die Euch mal wieder so richtig in Euren Sessel drückt? Dann versucht es mal mit den Tricky Lobsters aus Rostock. Der Vierer aus dem hohen Norden zeigt Euch gleich ab dem ersten Song, wohin die Reise geht. Echter Rock’n'Roll ohne viel Schnick Schnack, geile Gitarren irgendwo zwischen Motörhead, den Ramones und AC DC bringt das Blut zum Kochen. Untouched strotzt nur so vor Energie. Ich kann jedem von Euch nur empfehlen diese Jungs mal Live zu sehen. Als Anspieltipp sei Euch “The King Can Do No Wrong” und “How Do You Like It” ans Herz gelegt.

Bewertung: 8 von 10
Seite: www.trickylobsters.de

Trackliste:
1. How do you like it
2. Keep an eye on the road
3. Silver monkey
4. Jack in the box
5. Sweet pretender
6. Fuses blown
7. Welcome to my garden
8. I do believe
9. The king can do no wrong
10. Streets
11. Untouched

Backyard Babies – People Like People Like People Like Us

Samstag, 27. Mai 2006

Backyard Babies - People like people like people like usBereits im April diesen Jahres erblickte das neuste Output der Backyard Babies das Licht der Punk’n'Roll Welt. Und die vier Schweden hatten sich so einiges vorgenommen. Immerhin war die Messlatte nach Stockholm Syndrome und Total 13 in fast unendlicher Höhe angelangt. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie nochmals einen draufsetzen würden, war schon Recht gering.
Gleich beim Titelstück “People Like People Like People Like Us” sollte ich aber gehörig überrascht werden. Die vier rotzten wie gewohnt in 2 Minuten einen Knaller vor die Ohren. Und auch die folgenden Songs zeigen wieder, wie vielsetig die Babies beim Songwriting sein können. “Roads” erinnert an Guns’n'Roses und “You cannot win” zeigt gewisse Ähnlichkeiten mit Social Distortion.
Abschließend kann man sagen, daß die Backyard Babies ne Scheibe abgliefert haben, die schon recht gut rockt, aber mit Sicherheit nicht an die Vorgängeralben rankommt.
Als Anspieltipps kann man “Dysfunctional Professional” und “I got Spades” nennen.

Bewertung: 7 von 10
Seite: http://www.backyardbabies.com/

Tracklist:
1. People like People like People like us
2. Cockblocker Blues
3. Dysfunctional Professional
4. We go a long Way back
5. Roads
6. Blitzkrieg Loveshock
7. The Mess Age (How could I be so wrong)
8. I got Spades
9. Hold ´em down
10.Heroes & Heroines
11.You cannot win
12.Things to do before we die

Psychopunch – Kamikaze Love Reducer

Montag, 30. Januar 2006
20060130_PsychopunchSo! Da liegt es vor mir das neue und sechste Werk der vier Schweden aus Västeras. Der Titel klingt schonmal saucool, finde ich.

Und genau so, nämlich saucool, geht das Ding auch los. Der Opener “Poison Alley Groove” stampft sich druckvoll im Midtempo durch die Gehirnwindungen und lässt einen in einen imaginären Caddillac steigen und umhercruisen. Es folgt die Singleauskopplung “Overrated”, die sehr Pathos-lastig aber melodiös abgeht und nach bereits einmaligem Hören zum Ohrwurm wird. Mit “Everlasting” und “On the Stereo” folgen ebenfalls zwei schöne Songs mit viel Melodie und singbaren Refrains. “On the Stereo” beinhaltet sogar ein schönes Interlude, ganz ruhig und easy, bis es krachend weiterballert..in Richtung Guns´n Roses-Ballade. “When this world is Dying” ist langsam, ruhig, AKKUSTISCH!!!!, was man bei PP noch nie zuvor gehört hatte, Sänger JM schreit nicht, sondern singt und alles in allem klingt der Song ziemlich geil. Aber der Spirit aus den Anfansgtagen der Band, das ungestüme, freie Gerocke von ” The Pleasure Kill” oder “Holy Water in Satans Drink”, es ist etwas weggesickert. Psychopunch klingen doch irgendwie erwachsen auf “Kamikaze”. Dafür hat sich der Sound aber seit dem letzten Album “Smashed on Arrival” um einige Prozentpunkte verbessert. Manche mögen es glatt gebügelt nennen, aber ich finde, das die neuen Scheibe wesentlich Ohrmuschel-kompatibler ist, als ihr Vorgänger.
Doch weiter im Set. “Two Empty Hands” ist erneut ein langsamer, moll-orientierter Song, der wohl einer Frau gewidmet ist, aber ebenfalls wieder schön anzuhören. Man muss sich erst dran gewöhnen, dass Psychopunch jetzt etwas melancholischer zu Werke gehen, aber dann geht´s! “Someone like You” fährt dieselbe Schiene, wie die beiden Songs zuvor und langsam denkt man sich:” Hey, Punkrock bitte!!!”. Aber es ist das selbe, wie mit dem “Stockholm Syndrome” der Backyard Babies. Mit der Zeit kommt man irgendwie dahinter und dann machts Laune.
Dann endlich: “Like a fake heart reaction” ballert wieder mit angemessenem Rock-Tempo über die Prärie und lässt einen die Teufelsfinger spreizen. Das folgende “Comin right Through” beginnt und lässt einen direkt an “The Darkness” denken, aber mit 100% mehr dreckigem Rock drin. Melodie erneut in moll, aber arschtretend. Und auch etwas ohrwurmlastig.
Den krönenden Abschluss bietet vorerst das echt mal mit der Fresse auf die Dropkick Murphys gestossen werdende Folk-Punk-Sauf-Stück ” The Black River Song”. Also mehr “Komm-zur-mir-an-die-Theke-Genosse”-Feeling geht kaum noch. Aber auch das hört sich hier gut an!
Als “Bonus” gibts mit “The sadest Key of all” nochmal Midtempo-Pathos-Rock, der sich an die Ohren schmiegt!!!

Fazit: Psychopunch klingen auf KLR endlich wieder rund und eingängig, so wie bereits zu “The Pleasure Kill”-Zeiten. Nur diesmal auf einer komplett anderen Schiene. War die gelbe Scheibe der Schweden noch sehr auf Metal getrimmt, so gibt es jetzt Melancholie, Melodie und Songs, die tiefer gehen, als auf den Scheiben zuvor. Gute Arbeit, Jungs!

Bewertung: 9 von 10
Seite: www.psychopunch.com

Info

Album: Kamikaze Love Reducer
Band: Psychopunch
Year: 2006
Label: Silverdust Records

Tracklist:

1) Poison Alley Groove
2) Overrated
3) Everlasting
4) On the Stereo
5) When this World is Dying
6) Two empty Hands
7) Someone Like You
8) Like a fake heart Love reaction
9) Comin´ right Through
10) The Black River Song
11) The Sadest Key of All ( Bonus Track )