Archiv für April 2006

Bad Boys Rock 2006 in der Hamburger Markthalle – 27.04.2006

Donnerstag, 27. April 2006

Und wieder ist ein Jahr vergangen. Und wie schon in den vergangenen Jahren kommt pünktlich zu Ostern die People Like You Tour nach Hamburg. Und in diesem Jahr sollte es mal wieder etwas größer werden. Nachdem im letzten Jahr nur das kleine Logo zum Kochen gebracht wurde, sollte es in diesem Jahr die doch recht große Markhalle sein.

Auch vom Line-Up her sollte es dieses Jahr wieder besonders Krachen. Mit The Bones, Demented are Go, dem Neuzugang bei People like you Roger Miret and the Disasters, den Heartbreak Engines und natürlich dem Ski King war alles für einen geilen Abend vorhanden. Als geilen Bonus sollte auch noch Deadline die Markthalle zum Kochen bringen. Ausser in Hamburg spielt Deadline nur noch in Bochum auf dieser Tour. Ich freute mich besonders auf Deadline, da ich sie seit dem letzten Jahr noch nicht wieder Live gesehen hatte und die letzten Gigs im Logo und im kleinen Hafenklang einfach genial waren.

Als ich so gegen 20.00 Uhr in der Markhalle ankam war dort schon richtig Betrieb und mit entsetzen musste ich feststellen, das die Heartbreak Engines schon durch waren!?! und Roger Miret mit seinen Disasters gerade die Halle aufheizten. Später habe ich dann erfahren, das die Heartbreak Engines schon 19.00 Uhr angefangen haben…was auch immer soetwas soll. Aber egal ich hatte sie ja vor ein paar Wochen in Rostock gesehen und schliesslich waren ja noch ein paar Bands auf dem Plan, auf die ich mich schon riesig gefreut habe.

Wie gesagt war Roger Miret gerade auf der Bühne und sorgte für etwas Stimmung. Erst zum Schluss des Gigs war das Publikum richtig aufgetaut und war ausgelassen am Feiern. Wie schon im letzten Jahr war der Ski King für die „Pausenunterhaltung“ zuständig und gab wieder einen Klassiken nach dem anderen zum Besten. Nach ein paar Nummern war der Umbau abgeschlossen und nun sollte Deadline den Laden zum Kochen bringen. Als Liz, die Frontfrau von Deadline, die Menge begrüßt, war die Markhalle knapp zur Hälfte gefüllt. Die Show sollte beginnen und schon nach zwei oder drei Nummern war die Betriebstemperatur der fünf aus London erreicht und sie zeigten sich wiedereinmal von der besten Seite. Ein Knaller folgte dem nächsten und so spielten sie sich quer durch ihre bisherigen Scheiben. Natürlich durfte auch das Ramones-Cover „I wanna be sedeted“ bei dem das Publikum mittlerweile voll am abdrehen war und jeden weiteren Song feierte. Als der Letzte Song von Deadline verklang, kam wieder der Ski King auf die Bühne und beglückte uns wieder mit ein paar schönen Songs für Zwischendurch.

Dann kam Demented are go auf die Bühne und das Psycho-Urgestein zeigt den anwesenden Psychos, Punks, Rockern… gleich mal wo der Psychohammer hängt. Sehr schön waren die Augenblicke, in denen das Publikum mit roter Farbe bespritzt wurde…schöne Sauerei… Ich persönlich war von der Show vom Demented are go nicht ganz so begeistert…Die Konzerte von ihnen, die ich in den letzten Jahren gesehen habe, waren für mich deutlich besser. Irgendwann versuche Sänger Sparky sich aus seiner Hose zu pellen, was ihm nur sehr schlecht gelang, da er seine Schuhe nicht ausgezogen hatte. 😉 Zum Vorschein kam ein kleiner schicker Minirock, in dem er den Rest der Show auf der Bühne rockte. Dazu hatte er eine pinkfarbene Perücke auf dem Kopf. Ein Bild für die Götter!!! Nach kurzer Umbauphase kamen dann ca. 23.00 Uhr The Bones auf die Bühne. Ich glaube ich kann ruhigen Gewissens sagen, das jeder im Saal auf diesen Augenblick gewartet hat. Dementsprechend wurden Boner und die anderen auch vom Publikum empfangen. Ohne großes Rumgeeier ging es auch gleich los und das Publikum war am toben…Mit mächtig viel Spaß und bestem Sound gaben The Bones fast das komplette, aktuelle Album „Straight Flush Ghetto“ zum Besten. Dazu gab es natürlich auch jede Menge alte Hits, so dass da eigentlich kaum ein Wunsch offen blieb. Nach einer guten Stunde und viel verlorenen Schweiß war dann die Show vorbei und mir bleibt nur zu sagen: Hoffentlich ist bald wieder Ostern.

The Waltons / V8 Wankers / Random I am in Paderborn

Dienstag, 18. April 2006

Am Ostersonntag Konzerte zu veranstalten dürfte im pechschwarzen Paderborn als Todsünde gelten…egal. Dennoch hats am 16.04. geklappt, die Cowpunks THE WALTONS, die Chrom-Rocker V8WANKERS und die Paderborner Punkrocker RANDOM I AM einzuladen. Für diese drei hochkrätigen zehn Euro zu nehmen, geht völlig in Ordnung. Das dachten sich auch die schätzungsweise 200 zahlenden Gäste an diesem Abend. Endlich mal wieder was los in diesem kleinen, verträumten, toten Städtchen.
Gegen 20:00 war Einlass und die Leute kamen sofort recht zahlreich, was der ersten Band Random I Am ein amtliches Publikum beschehrte. Die Fünf Jungs aus Paderborn und Umgebung spielen seit einem knappen Jahr zusammen und haben in den letzten 5 Monaten sechs Konzerte zwischen NRW und Schleswig gespielt, ein Demo mit vier amtlichen Songs in den Westwood Studios (u.a. Sin City Suckers, Loomp, T-Bone) aufgenommen und haben auch sonst noch einiges vor in diesem Jahr. Ihr Sound liegt irgendwo zwischen Bad Religion und den Backyard Babies, die Songs kommen melodiös und durchaus rockig daher. Gegen 20:45 legten RIA los und sie hatten die Leute sofort auf ihrer Seite. Bereits beim zweiten Song begannen die Kids in den ersten Reihen zu tanzen. Die gut gelaunte Band spielte sich motiviert durch elf Songs marke Eigenbau mit Ausnahme der zwei Coverversionen von Backyard Babies (Heaven 2.9.) und Ramones (Sheena is a Punkrocker), die allesamt bei, Publikum landen konnten. Einige „Zugabe“-Rufe waren auch zu hören. Leider war viel zu rüh nach 40 Minuten schon wieder Schluss. Aber RIA waren ja auch „nur“ Vorgruppe, obwohl sie diesen Part mehr als nur akzeptabel gespielt haben. Manche behaupteten nach dem Abend sogar, sie seien die beste Band von allen gewesen….

Nach RIA betraten die V8WANKERS die Bühne. Mit ihrem spritigen, knackigen Rock´n Roll der Marke Motörhead feat. Autobahn konnten die bereist mehr als nur Achtungserfolge in ganz Europa erziehlen. Die Wankers sind mittlerweile so etwas wie eine Institution geworden. Ihr aktuelles Album „The Demon Tweak“ ballert wie sau und auch live verliert die Band nichts von diesem Dampf. Zwar traten sie heute nur mit einem Gitarristen an, aber selbst das konnte dem Sound der Band nichts anhaben. Sie spielten sich durch Hits wie „Detroit Steel“, „Put the Lever in D“ oder „We are Wankers“. Das Publikum war nach Paderborner Gusto eher Ruhig und verschränkte sich aufs Klatschen mehr, als aufs pogen und abgehen. Dennoch wurde den Wankers ein Zugabe abverlangt, die aus Zeitgründen leider nicht mehr mögliche war. Denn an einem Ostersonntag muss um 24:00 Schicht sein, sonst rücken die Grünen aus und machen dem Treiben ein Ende. Dennoch haben die Wankers den Leuten schonmal den Schweiß auf die Stirn getrieben, sodass diese bereit für die Cowpunks WALTONS waren.
Die betraten recht zügig nach den Wankers die Bühne und brachten die Leute mit ihrer Mischung aus Punk, Metal und Country doch ein wenig zum Hüftenschwingen. Die Waltons spielten das längste Konzert an diesem Abend und gaben wieder alle ihre Hits zum besten. Auch die Coberversionen von den Misfits und Social Distortion durften da nicht fehlen. Wer etwas mehr an den Bands dieses Abends interessiert ist, weiß, dass die Waltons und die Wankers bereits im letzten Jahr einige Konzerte zusammen unter dem Motto „Waltons vs Wankers“ gespielt haben. So war dieses Konzert quasi der zeitliche Wurmfortsatz vier Monate später. Und man kann sagen, dass die Waltons, zumindest an diesem Abend, doch als Sieger das Schlachtfeld verlassen haben. Die Stimmung war prächtig während des ganzen Konzerts und die Paderborner Meute endlich mal ein wenig in Bewegung.
Pünklich gegen 24:00 verebten jedoch die letzen Liveklänge und das Sappho machte seinem Ruf als „Rock-Disco“ wieder alle Ehre. Aber das Publikum war ohne Ende angeheizt und so wurde es noch ein längerer Abend mit ziemlich viel Flüssigkeit. Abschliessend kann man sich nur bei allen Beteiligten für diese gelungene Band-Kombination bedanken und sich auf das nächste Konzert in Paderborn, wann immer es auch sein wird, freuen!

online:

www.proppen-promotion.com
www.waltons-berlin.de
www.wankers.de
www.randomiam.de
www.wildwechsel.de

Debris Inc im Schweriner Doktor K – 13.04.2006

Donnerstag, 13. April 2006

Psychopunch – Kamikaze Love Reducer – Tour 2006

Mittwoch, 05. April 2006

02. März 2006 / Marsberg ( Westf. ) / JuZe / w: Rulers of the Planet

PsychopunchFür ihre Arbeitswütigkeit sind die vier Schweden von Psychopunch ja einigermaßen bekannt. Jedes Jahr ein neues Album, jedes Jahr eine Tour durch Europa. So auch in 2006. Mit ihrem am 20. Januar erschienenen Album Kamikaze Love Reducer spielen Psychopunch ebenfalls weit oben in der schwedischen Rockliga mit, hochgelobt von den Magazinen Rock Hard ( Platz 4 im Soundcheck ), Metal Heart ( Platz 3 ), Heavy ( 10 von 12 Punkten ) und dem Metal Hammer ( Platz neun im Soundcheck )! Jetzt galt es und gilt es immer noch, dieses schöne Stück Musik unters Volk zu bringen und somit spielte die Band vom 02.03. bis zum 31.03. eine Tour durch drei Staaten, überwiegend in Deutschland aber auch in der Schweiz und den Niederlanden. Auf der ersten Hälfte der Tour wurden sie von den ziemlich verschrobenen irischen Punk-Psycho-Rockern The Rulers of the Planet begleitet, die zweite Hälfte fand mit lokalen Supportbands statt. Die Tour startete am 02.03. in Flensburg im Roxy Club und kam bereits einen Tag später im ostwestfälischen Städtchen Marsberg an, was in unmittelbarer Nähe zu Paderborn liegt, also ein Katzensprung für mich. In Marsberg hatten Psychopunch bereits letztes Jahr gespielt und dort somit auch eine kleine Fanbasis aufgebaut.

Ich machte ich mit nem Kollegen auf den Weg nach Marsberg, noch den Restalkohol vom Vorabend im Blut, den ich fix mit ein ein paar Konterbier verscheuchte. In Marsberg angekommen, war ich dann schon leicht angehackt. Egal! Wir betraten die Location, das JuZe, und prompt sprang uns Axel, der Merchandising-Verantwortliche entgegen ( naja, er stand hinter seinem Tisch ). Erstmal die neuesten Merch-Artikel abgecheckt und sofort einen von den geilen Kapuzis zurücklegen lassen. Sehr schöne Teile, für wahr!!! Axel gab uns den Hinweis, dass die Band im Keller residierte. Also ab nach unten.
Dort fläzten sich Joey ( Git./ Back. Vox ) und Pepe ( Drums ) mit ein paar Leuten von den Rulers ( of the Planet, s.o. ) auf einer Couchgarnitur herum. Die Begrüssung viel gross aus, da man sich schon auf das Wiedersehen gefreut hatte, nachdem letztjährigen Trip von Lübeck nach Rostock und zurück ( siehe Psychopunch Tourbericht 2005 ). Nach einigen Zigaretten, ein paar Pils und jeder Menge „talking“ begaben wir uns erst mal wieder nach oben, um mal zu sehen, was sonst noch so im JuZe abging. Viele junge Menschen waren da, vielleicht im alter zwischen 15 und 18. Besser, diese Leute kommen auf ein PP-Konzert, als vor der Glotze zu hängen! Anscheinend hat die Marsberger Jugend das im Grossen und Ganzen begriffen! Haben Psychopunch auch manches Mal schon vor einem leeren Saal gestanden, in Marsberg wird dies nicht passieren. Als wir so herumschlenderten, prallte ich plötzlich auf den Tontechniker der Band, Peter. Ein verdammt netter Typ, aus dem schwäbischen Raum bei Stuttgart. Peter begleitete, genau wie Axel, die Band schon letztes Jahr auf ihrer Europatour. Der Mann hat es soundmäßig auch ziemlich drauf, das steht mal fest.
Nach einigen Bierchen mehr und etwas Wartezeit begannen gegen 20:30 dann die Rulers of the Planet. Ich hatte vorher des öfteren gefragt, als was man deren Mucke wohl so bezeichnen könnte, aber eine konkrete Antwort wollte und konnte mir wahrscheinlich auch keiner geben, nicht einmal sie selbst. Ich möchte es an dieser Stelle so formulieren: The Rulers of the Planet spielen psychedelischen Progressive-Rock´n-Punk-´n-Roll-´n-Blues´n-something-else-like-AC/DC-funk-a-delic-Stuff, man!!! Also so was hatte ich lange nicht mehr gehört, ehrlich! Aber beim allem, was sie taten, wirkten die Iren saucool und keinen Meter affig. Die Songs dieser Band sind ziemlich geil, auch, wenn ich nicht einen einzigen hier nennen kann. Egal, ich kann nur jedem wirklich ans Herz legen: Kauft euch die Platten der Rulers! Endlich kommt mal wieder die etwas härtere Gangart von den britischen Inseln.
Gegen 21:30 machten Psychopunch dann die Bühne startklar. Mittlerweile hatte sich der klitzekleine Raum komplett mit Menschen gefüllt und die meisten davon drängten sich direkt vor der kleinen Bühne. Das Set startete mit dem Opener der neuen Scheibe „Poison Alley Groove“, ein wahres Prachtstück des neuen Longplayers. Es folgten Granaten a´la „On the Stereo“, „Overrated“, „Make up your Mind“, „The Pleasure Kill“, „Comin´ right through” und noch eine Menge mehr. Die Menschen vor der Bühne pogten sich einiges aus dem Leibe und der Rest nickte durchgehend anerkennend mit dem Kopf und beklatschte jeden Sond gebührend. Das Set bestand, na ja ich würde mal sagen, zu 60% aus den neuen Songs, die alle samt gut rocken, inklusive der langsamen Stücke. Ich hatte nach den ersten Hördurchgängen ein wenig Schiss, dass das doch ziemlich langsame neue Album live für einige Stagnation sorgen könnte während der Konzerte, aber nix da!
Psychopunch beendeten ihr reguläres Set mit dem „neuen“ Gassenhauer „The Black River Song“, einem Stück, bei dem einem von selber die Bierflaschen zugeflogen kommen und man gar nicht anders kann, als trinken! Mitgröhlfaktor 1000. Danach verließen sie kurz die Bühne, kamen aber noch mal für zwei weitere Song zurück, von denen einer, natürlich „Straigth Jacket Hell“ sein musste. Der Titel von der Debutscheibe ist auch einfach unschlagbar. Nach guten eineinhalb Stunden Frontalrock war der Zauber dann erst mal wieder vorbei. Aber die Band hinterließ eine durchaus zufriedene Masse von jungen Hörern und Hörerinnen.

Nachdem sich der Laden schon etwas geleert hatte, ging es für uns dann erst mal oben am Biertresen weiter, denn dort kostete das Bier nur einen läppischen Euro. Ich kam noch gut mit dem Bassisten der Rulers ins Gespräch. Wir unterhielten uns viel über Belfast und den dortigen Religionskrieg. Der Mann hatte sehr interessante Insidergeschichten auf Lager, die ich leider allesamt wieder vergessen habe. Es wurden noch Gruppenfotos gemacht, von denen auf meiner Kamera leider keins gelandet ist. Dann packten wir die Sachen in den Tourbus, der dieses Mal in Form eines schönen, knallgelben Nightliners daherkam. Danach gings für die meisten noch in eine kleine Kneipe. Dort gab es auch billiges Bier für ganze 1,60 ¤. Nach guten 3 Stunden kamen wir also alle reichlich beseelt wieder aus dem Laden heraus. Es passierte nicht mehr wirklich viel an diesem Abend, ausser, dass alle nach und nach in ihre Betten fielen.
Der nächste Morgen begrüsste uns mit einem coolen Frühstück, das die JuZe-Belegschaft zusammengebastelt hatte. Kaffee, Brötchen, reichlich Aufschnitt. Die Unterhaltungen vielen aufgrund der letzten Nacht eher spärlich aus. Jeder schlürfte so vor sich hin. Irgendwann machte ich mich dann auch auf den Weg zum Marsberger Bahnhof, um meinen Zug nach Paderborn zu kriegen. Leider habe ich nicht gewusst, dass ich noch 50 Minuten Zwischenstopp in Warburg habe, einer kleinen Piss-Stadt irgendwo in den Bergen zwischen Marsberg und Paderborn. Das die Hölle mit dem Schädel, ehrlich! Naja, ich hab es doch überlebt und konnte somit auch den vorletzen Gig im Osnabrücker Vorort Georgsmarienhütte mit ansehen.

31.März 2006 / Osnabrück ( Georgsmarienhütte ) / Tor 3 / Warm-Up Tomahawkfestival / w: Ramones-Tribute und Motörhead-Tribute

Psychopunch Europa-Tour 2006, vorletzter Gig in Georgsmarienhütte. Es hieß, Psychopunch würden das Tomahawk-Festival spielen, was auch immer dieses sei. Festival klingt für mich nach vielen Bands, einer grösseren Location und vor allem vielen Besuchern. Aber man kann sich auch mal gepflegt täuschen. Wir kamen gegen 20:00 in Georgsmarienhütte an. Wir, das waren meine Freundin, einige Kollegen von der Turbojugend Hagen bei Osnabrück und meine Wenigkeit. Jarmo ( Gitarre, Vocals ) und Pepe konnte ich bereits durch ein Fenster sehen. Sie saßen in einer kleinen Kneipe, die dem Konzertsaal angegliedert war und hatten Abendessen. Wir standen erst mal noch ne Weile vor der Tür, um ein Bier aufzukriegen. Da kamen Mumbles und Joey aus der Tür, um uns zu begrüssen. Nach dem Bier und einer Zigarette gingen wir zusammen in den Konzertsaal des „Tor 3“ . Wirklich viel los war zu diesem Zeitpunkt noch nicht dort. Aber man soll ja die Hoffnungen nicht aufgeben. Erstmal gönnten wir uns ein Bier an der Theke. Danach begrüssten wir Axel hinter seinem Merch-Tresen und ich holte mir den reservierten Pulli ab, der allerdings schnell der viel geileren Trainingsjacke weichen musste. Wenig später trafen wir den Rest der Band im „Backstage-Bereich“, wenn man das so nennen kann. Eben in dieser kleinen Kneipe, in der im Übrigen auch noch andere Gäste ihr Feierabendbier zu sich nahmen. Irgendwie merkwürdig, dieses Warm-Up-Event für das Tomahawkfestival, von ich bis heute noch nicht weiß, welche Bands dort wirklich gespielt haben. Während der ganzen Zeit, die wir schon dort rumhingen, spielten die „Support-Bands“ des Abends. Die Namen der Bands haben ich leider Gottes vergessen, denn es gibt so viele Ramones und Motörhead-Covercombos, dass einem ganz Schwindelig werden kann. An diesem Abend spielten halt zwei davon. Nicht wirklich ambitioniert, aber immerhin gab es Vorgruppen. Sonst wäre es ein ziemlich kurzer Abend geworden, denke ich. Wir gaben uns also noch die volle Portion Instant-Ramones und Tiefkühl-Motörhead.
Bis 23:00 hatten sich dann immerhin so an die 40 , 50 Leute in dem doch gar nicht so kleinen Konzertsaal eingefunden. Aber es ist immer wieder das gleiche, wenn Psychopunch in Deutschland spielen. Mal haben sie, wie in Marsberg, einen nahezu ausverkauften Laden und ne riesen Party und mal spielen sie auf irgendwelchen dubiosen Veranstaltungen in riesigen Läden, bei denen nur eine Hand voll Leute kommen. Das war 2005 im Lübecker Rider´s Cafe schon genauso. Damals kamen ganze 6 zahlende Gäste, weil es anscheinend im Vorfeld aber auch nicht dem kleinsten Scheisshaufen Promotion in Lübeck gegeben hatte. Und ich muss sagen, das wird der Band nicht gerecht, nicht im geringsten!
Trotz dieser Misere rocken die Jungs Jahr für Jahr über unseren Kontinent, was meinen Respekt schon mal sicher hat. So auch an diesem Abend. Gegen 23:00 betraten sie die Bühne und begannen wie schon in Marsberg mit „Poison Alley Groove“. Wieder war das Set mit lauter Hochkarätern besetzt. Ein Typ stand auf einmal mit einem schwedischen Fussballnationaltrikot am Bühnenrand und ging ab. Fan durch und durch. Zwischendurch sprang er auf die Bühne und griff sich Mumbles Mikro, um lauthals mitzusingen. Ich hatte Pepe im Vorfeld gebeten, doch für mich eines seiner unverwechselbaren Drumsoli zu spielen. „Only, when you scream for me, Kai!“. OK, kein Ding, gescreamt und Drumsolo bekommen! Aber irgendwie merkte man, dass die Band schon 4 Wochen Tour in den Knochen hatte. Die Energie, die sie noch in Marsberg hatten, war nicht mehr komplett vorhanden. Dennoch brachten sie die Show plus Zugabe lässig über die Runden und hinterliessen auch in Georgsmarienhütte wieder zufriedene Gesichter, wenn auch nur 40 oder 50 an der Zahl.
Nach dem Konzert gab es noch ein paar schnelle Bier. Leider mussten wir die Szenerie schon um 02:00 verlassen, da der letzte Nachtbus zu unsere Schlafstätte nach Hagen abfuhr. Also keine rauschende Aftershow-Party wie in Marsberg mehr. Aber gelohnt hat es sich wie immer!!! Psychopunch sind und bleiben eine der sympathischsten Bands, die ich je getroffen hab!!! Nice Boys don´t play Rock´n Roll? Von wegen….they do!!!

Vielen Dank für das Erlebte, Gehörte und Gesehene wieder mal an Jarmo, Joey, Pepe, Mumbles, Axel, Peter, Rulers of the Planet und alle anderen, die ihre schmutzigen Finger im Spiel hatten!!! Hoffentlich bald wieder!!! Bilder der 2006er Tour folgen in kürze und nicht zu knapp.

Cheers
Kaiser 06