Psychopunch – Kamikaze Love Reducer

20060130_PsychopunchSo! Da liegt es vor mir das neue und sechste Werk der vier Schweden aus Västeras. Der Titel klingt schonmal saucool, finde ich.

Und genau so, nämlich saucool, geht das Ding auch los. Der Opener „Poison Alley Groove“ stampft sich druckvoll im Midtempo durch die Gehirnwindungen und lässt einen in einen imaginären Caddillac steigen und umhercruisen. Es folgt die Singleauskopplung „Overrated“, die sehr Pathos-lastig aber melodiös abgeht und nach bereits einmaligem Hören zum Ohrwurm wird. Mit „Everlasting“ und „On the Stereo“ folgen ebenfalls zwei schöne Songs mit viel Melodie und singbaren Refrains. „On the Stereo“ beinhaltet sogar ein schönes Interlude, ganz ruhig und easy, bis es krachend weiterballert..in Richtung Guns´n Roses-Ballade. „When this world is Dying“ ist langsam, ruhig, AKKUSTISCH!!!!, was man bei PP noch nie zuvor gehört hatte, Sänger JM schreit nicht, sondern singt und alles in allem klingt der Song ziemlich geil. Aber der Spirit aus den Anfansgtagen der Band, das ungestüme, freie Gerocke von “ The Pleasure Kill“ oder „Holy Water in Satans Drink“, es ist etwas weggesickert. Psychopunch klingen doch irgendwie erwachsen auf „Kamikaze“. Dafür hat sich der Sound aber seit dem letzten Album „Smashed on Arrival“ um einige Prozentpunkte verbessert. Manche mögen es glatt gebügelt nennen, aber ich finde, das die neuen Scheibe wesentlich Ohrmuschel-kompatibler ist, als ihr Vorgänger.
Doch weiter im Set. „Two Empty Hands“ ist erneut ein langsamer, moll-orientierter Song, der wohl einer Frau gewidmet ist, aber ebenfalls wieder schön anzuhören. Man muss sich erst dran gewöhnen, dass Psychopunch jetzt etwas melancholischer zu Werke gehen, aber dann geht´s! „Someone like You“ fährt dieselbe Schiene, wie die beiden Songs zuvor und langsam denkt man sich:“ Hey, Punkrock bitte!!!“. Aber es ist das selbe, wie mit dem „Stockholm Syndrome“ der Backyard Babies. Mit der Zeit kommt man irgendwie dahinter und dann machts Laune.
Dann endlich: „Like a fake heart reaction“ ballert wieder mit angemessenem Rock-Tempo über die Prärie und lässt einen die Teufelsfinger spreizen. Das folgende „Comin right Through“ beginnt und lässt einen direkt an „The Darkness“ denken, aber mit 100% mehr dreckigem Rock drin. Melodie erneut in moll, aber arschtretend. Und auch etwas ohrwurmlastig.
Den krönenden Abschluss bietet vorerst das echt mal mit der Fresse auf die Dropkick Murphys gestossen werdende Folk-Punk-Sauf-Stück “ The Black River Song“. Also mehr „Komm-zur-mir-an-die-Theke-Genosse“-Feeling geht kaum noch. Aber auch das hört sich hier gut an!
Als „Bonus“ gibts mit „The sadest Key of all“ nochmal Midtempo-Pathos-Rock, der sich an die Ohren schmiegt!!!

Fazit: Psychopunch klingen auf KLR endlich wieder rund und eingängig, so wie bereits zu „The Pleasure Kill“-Zeiten. Nur diesmal auf einer komplett anderen Schiene. War die gelbe Scheibe der Schweden noch sehr auf Metal getrimmt, so gibt es jetzt Melancholie, Melodie und Songs, die tiefer gehen, als auf den Scheiben zuvor. Gute Arbeit, Jungs!

Bewertung: 9 von 10
Seite: www.psychopunch.com

Info

Album: Kamikaze Love Reducer
Band: Psychopunch
Year: 2006
Label: Silverdust Records

Tracklist:

1) Poison Alley Groove
2) Overrated
3) Everlasting
4) On the Stereo
5) When this World is Dying
6) Two empty Hands
7) Someone Like You
8) Like a fake heart Love reaction
9) Comin´ right Through
10) The Black River Song
11) The Sadest Key of All ( Bonus Track )

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