Archiv für Januar 2006

Psychopunch – Kamikaze Love Reducer

Montag, 30. Januar 2006
20060130_PsychopunchSo! Da liegt es vor mir das neue und sechste Werk der vier Schweden aus Västeras. Der Titel klingt schonmal saucool, finde ich.

Und genau so, nämlich saucool, geht das Ding auch los. Der Opener „Poison Alley Groove“ stampft sich druckvoll im Midtempo durch die Gehirnwindungen und lässt einen in einen imaginären Caddillac steigen und umhercruisen. Es folgt die Singleauskopplung „Overrated“, die sehr Pathos-lastig aber melodiös abgeht und nach bereits einmaligem Hören zum Ohrwurm wird. Mit „Everlasting“ und „On the Stereo“ folgen ebenfalls zwei schöne Songs mit viel Melodie und singbaren Refrains. „On the Stereo“ beinhaltet sogar ein schönes Interlude, ganz ruhig und easy, bis es krachend weiterballert..in Richtung Guns´n Roses-Ballade. „When this world is Dying“ ist langsam, ruhig, AKKUSTISCH!!!!, was man bei PP noch nie zuvor gehört hatte, Sänger JM schreit nicht, sondern singt und alles in allem klingt der Song ziemlich geil. Aber der Spirit aus den Anfansgtagen der Band, das ungestüme, freie Gerocke von “ The Pleasure Kill“ oder „Holy Water in Satans Drink“, es ist etwas weggesickert. Psychopunch klingen doch irgendwie erwachsen auf „Kamikaze“. Dafür hat sich der Sound aber seit dem letzten Album „Smashed on Arrival“ um einige Prozentpunkte verbessert. Manche mögen es glatt gebügelt nennen, aber ich finde, das die neuen Scheibe wesentlich Ohrmuschel-kompatibler ist, als ihr Vorgänger.
Doch weiter im Set. „Two Empty Hands“ ist erneut ein langsamer, moll-orientierter Song, der wohl einer Frau gewidmet ist, aber ebenfalls wieder schön anzuhören. Man muss sich erst dran gewöhnen, dass Psychopunch jetzt etwas melancholischer zu Werke gehen, aber dann geht´s! „Someone like You“ fährt dieselbe Schiene, wie die beiden Songs zuvor und langsam denkt man sich:“ Hey, Punkrock bitte!!!“. Aber es ist das selbe, wie mit dem „Stockholm Syndrome“ der Backyard Babies. Mit der Zeit kommt man irgendwie dahinter und dann machts Laune.
Dann endlich: „Like a fake heart reaction“ ballert wieder mit angemessenem Rock-Tempo über die Prärie und lässt einen die Teufelsfinger spreizen. Das folgende „Comin right Through“ beginnt und lässt einen direkt an „The Darkness“ denken, aber mit 100% mehr dreckigem Rock drin. Melodie erneut in moll, aber arschtretend. Und auch etwas ohrwurmlastig.
Den krönenden Abschluss bietet vorerst das echt mal mit der Fresse auf die Dropkick Murphys gestossen werdende Folk-Punk-Sauf-Stück “ The Black River Song“. Also mehr „Komm-zur-mir-an-die-Theke-Genosse“-Feeling geht kaum noch. Aber auch das hört sich hier gut an!
Als „Bonus“ gibts mit „The sadest Key of all“ nochmal Midtempo-Pathos-Rock, der sich an die Ohren schmiegt!!!

Fazit: Psychopunch klingen auf KLR endlich wieder rund und eingängig, so wie bereits zu „The Pleasure Kill“-Zeiten. Nur diesmal auf einer komplett anderen Schiene. War die gelbe Scheibe der Schweden noch sehr auf Metal getrimmt, so gibt es jetzt Melancholie, Melodie und Songs, die tiefer gehen, als auf den Scheiben zuvor. Gute Arbeit, Jungs!

Bewertung: 9 von 10
Seite: www.psychopunch.com

Info

Album: Kamikaze Love Reducer
Band: Psychopunch
Year: 2006
Label: Silverdust Records

Tracklist:

1) Poison Alley Groove
2) Overrated
3) Everlasting
4) On the Stereo
5) When this World is Dying
6) Two empty Hands
7) Someone Like You
8) Like a fake heart Love reaction
9) Comin´ right Through
10) The Black River Song
11) The Sadest Key of All ( Bonus Track )

Christmas Time on Waltons Mountain – Bielefeld/Eingang Sieben

Donnerstag, 05. Januar 2006

Am zweiten Weihnachtstag fand im Bielefelder Eingang Sieben eines der letzten Konzerte in 2005, aber leider auch in der Geschichte des Ladens statt, da dieser mittlerweile nicht mehr existiert!
Zum Tanz spielten auf die legendären Prärie-Punk-Metaller THE WALTONS, die mit Smoke Blow getourten Good Witch und die Paderborner Punk´n Roll – Neulinge Random I Am. Ein nettes Dreieprogramm für den heiligen Feiertag!
Den Anfang machten Random I Am und spielten eine dreiviertel Stunde satten Punkrock. Die Leute nickten anerkennend mit und erteilten nicht selten Applaus! Neben zahlreichen eigenen Nummer gab es noch zwei Cover. Heaven 2.9 ( Backyard Babies ) und Sheena is a Punkrocker ( Ramones ). Dafür, dass in dem Laden, der nicht mal 200 Leute fassen dürfte, keine PA vorhanden war, klang das ziemlich sauber!
Nach R.I.A. spielten Good Witch ihr Set und zauberten schräge, dumpfe, Kyuss-lastige Klänge aus dem Boxen, die auf jeden Fall interessant klangen, aber doch nicht jedermanns Sache waren…!!! Trotzdem nicht übel. Einziges Manko: Der Sänger zögerte seine Zwischenansagen wirklich etwas zu sehr hinnaus…! Lieber durchrocken, als Geschichten erzählen….is meine Meinung.
Zum guten Schluss der Sache begaben sich die Waltons auf die Bühne, die verdammt klein ausfiel. Leider bin ich keine besonderer Kenner ihrer Musik, fand aber, dass sie doch ansprechende Live-Mucke fabrizieren. Ein Cover von den Misfits und eines von Social Distortion ( Songs habe ich gerade wegen übermäßigen Whiskey-Cola-Konsums vergessen…) als Hommage an zwei Bands, die gerade irgendwie doch über die Maßen „IN“ zu sein scheinen.
Die Leute schienen aber in der überzahl wegen der Waltons gekommen zu sein und so verbreiteten diese Jungs die grösste Stimmung im Saal.
Nach dem Konzert gab es noch ein Heidenbesäufnis im Eingang Sieben, bevor der Laden zum vorletzten Mal seine Tore schloss. Seit dem neuen Jahr gibt es die Location nicht mehr. Jemand aus dem E7-Team erzählte uns aber noch, es würde vielleicht irgendwann adäquaten Ersatz an anderer Statt geben. Wir wollens hoffen!!!